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(Olivia Grudzinski und
Lisa Grundke (v.l.) sammeln die Angebote der Workshop-Teilnehmer
und pinnen diese an die Tafel. Am 22. November soll mit den
Angeboten auf dem 1. Marktplatz erfolgreich gehandelt werden.
In einem Workshop wird nach Ideen für den 1. Marktplatz
in Cottbus gesucht - Gute Geschäfte auf Augenhöhe
Punkt 16 Uhr wird Schirmherr OB Frank Szymanski (SPD) am
22. November auf den Gong schlagen und den Marktplatz eröffnen.
Dann werden Unternehmer sowie Mitglieder von Vereinen und
sozialen Einrichtungen durch die Alte Chemiefabrik in der
Parzellenstraße umherwuseln und miteinander handeln.
Getauscht werden kann alles, nur eins ist tabu: Geld. Nach
zwei Stunden soll das Spektakel enden. Ziel des Marktplatzes
ist es, dass sich die Akteure auf Augenhöhe begegnen
und Produkte und Dienstleistungen miteinander tauschen. Doch
bis es soweit ist, liegt noch jede Menge Arbeit an. Ein Projektteam
unter Federführung von Karen Wichmann kümmert sich
um die Vorbereitungen. «Die Idee für diese Veranstaltung
ist uns im vorigen Jahr gekommen» , so Wichmann. «Wir
hatten einen Marktplatz in den Niederlanden besucht und uns
gedacht, dass wäre etwas für Cottbus.» Seitdem
ist das Organisationsteam umtriebig dabei, Firmen für
den Marktplatz zu akquirieren.
Anregende Gespräche
«Bislang haben sich elf Unternehmen und zwei Gemeinnützige
angemeldet» , sagt Ramona Franze-Hartmann. «Wir
möchten aber auch noch viel mehr Gemeinnützige auf
dem Markt begrüßen» , ergänzt Wichmann.
Aus diesem Grund hat die Freiwilligenagentur am vergangenen
Dienstag zu einem Ideenworkshop ins Soziokulturelle Zentrum
Cottbus eingeladen.
«Wir haben den Rekord gebrochen» , sagt Workshop-Moderatorin
Olivia Grudzinski, während sie in die Runde blickt. Mehr
als 20 engagierte Mitglieder aus Vereinen und sozialen Einrichtungen
sind der Einladung der Freiwilligenagentur gefolgt.
«Ich habe leider noch keine Ahnung, was wir auf dem
Marktplatz anbieten können und wie dieser überhaupt
ablaufen soll» , sagt Viktoria Sawicki von der Caritas
Kinder- und Jugendarbeit in Cottbus. Damit ist sie nicht die
einzige in der Runde, der es so geht. «Kein Problem»
, sagt Workshopleiterin Grudzinski. «Deshalb sind wir
ja hier.» In kurzen Ausführungen erläutert
sie, was Marktplatz überhaupt bedeutet und was dabei
zu beachten ist. «Sie überlegen sich zuerst, was
Sie benötigen und was Sie dafür geben würden»
, erklärt Grudzinski. «Beispielsweise benötigt
ein Unternehmen für eine Feier professionelle Kinderbetreuung,
die Sie leisten können. Im Gegenzug hat die Firma etwas
zu bieten, das Sie interessiert» , skizziert Grudzinski
den möglichen Ablauf einer Verhandlung. Anschließend
werde eine Vereinbarung getroffen, die sich entweder auf eine
einmalige Unterstützung begrenzt oder sich auch zu einer
längerfristigen Beziehung entwickele. «Um erfolgreich
am Markt zu agieren, sollten Sie frech auf die Unternehmer
zugehen und keine Scheu zeigen» , gibt Grudzinski einen
wertvollen Tipp.
Nach soviel Informationen geht es ans Eingemachte –
der Suche nach erfolgversprechenden Ideen. Dazu tauschen sich
die Teilnehmer in Zweiergruppen miteinander aus. Der Geräuschpegel
schwillt durch die vielen Gespräche merklich an. «Das
ist ja schon fast wie auf dem Marktplatz» , sagt Grudzinski
schmunzelnd. Anschließend werden die Ideen in der Runde
vorgetragen. Freiwilligenagentur-Praktikantin Lisa Grundke
notiert die Vorschläge und pinnt sie an die Tafel. «Ich
könnte bei Unternehmensmitarbeitern die Erste-Hilfe Kenntnisse
überprüfen» , sagt Roland Zimmermann. «Wir
haben einen Raum mit Küche, den wir als Seminarraum zur
Verfügung stellen» , äußert Solveig
Weißköppel ihre Idee. Motivationsgespräche
für ausgebrannte Mitarbeiter stehen auf der Angebotsliste
von Dietmar Piesker ganz oben. Schnell füllt sich die
Tafel mit den Offerten. Lisa Grundke kommt kaum mit dem Schreiben
hinterher.
Bescheidene Wünsche
Doch so flott die Gemeinwohlorganisationen ihre Angebote unterbreiten,
so schleppend läuft die Nachfrage, also das, was die
Vereine selbst benötigen. Nur zögerlich und erst
nach zweimaligem Nachfragen der Moderatorin lassen sich die
Teilnehmer ihre bescheidenen Wünsche entlocken.
«Wir bräuchten jemand, der unsere Internetseite
überarbeitet und betreut. Und vorallem auch regelmäßig
aktualisiert» , sagt Antje Heinrich von der Lebenshilfe.
Der Internetauftritt sei für viele Vereine nur schwer
zu bewältigen. Ein zustimmendes Nicken in der Runde zeigt,
dass auch andere Vereine und Einrichtungen mit diesem Problem
zu kämpfen haben. Nach Aussage von Caritas Mitarbeiterin
Viktoria Sawicki sucht der Jugendtreff der Einrichtung noch
jemanden, der sich mit Gartengestaltung auskennt. Das wäre
sehr hilfreich für uns.
«Ich hoffe sehr, dass wir uns alle auf dem Marktplatz
wiedersehen» , beschließt Ramona Franze-Hartmann
den Workshop. «Und hoffentlich werden auch viele viele
Wünsche erfüllt.»
Von Michél Havasi |
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